NEUHEITEN: Zur willigien Zuchtstute erzogen




»Nein, bitte nicht. Ich will hier nicht aussteigen!«

»Tut mir leid, Brin, es geht nicht anders. Ich bin mir sicher, dass alles gut gehen wird.«

Tante Rita versucht zu lächeln, aber ihre Augen sehen mich mit demselben, mitleidsvollen Blick an, den sie letzte Woche für ihren Hund Barney übrig hatte, bevor er kastriert wurde.

»Wahrscheinlich darfst du morgen Abend schon wieder nach Hause und die ganze Sache ist vergessen.«

Onkel Preston ist etwas besser darin, seine Mimik zu kontrollieren, aber aufmuntern kann er mich ebenso wenig. Wir wissen beide, dass nichts davon je wieder vergessen sein wird, egal ob ich morgen wieder heimgehen darf oder nicht. Mein Leben, so wie ich es kannte, ist vorbei. Brin Taylor gibt es nicht mehr. Von heute an bin ich nur noch Brin, die Anwärterin. Eine 18-jährige Jungfrau, deren einziger Zweck darin besteht, ihren Clan zu finden und ihm zu dienen. In jeglicher Hinsicht.

»Es ist deine Bestimmung. Du schaffst das«, sagt Tante Rita, als ich nach der Tür greife.

»Du bist das stärkste Mädchen, das ich kenne«, versichert mein Onkel.

Ich nicke und lächle tapfer, weil es sowieso keinen Sinn hat. Ich mache ihnen den Abschied nur unnötig schwer. Ich weiß, dass mich die beiden am liebsten wieder mitnehmen würden, wenn sie könnten. Seit meine Eltern vor elf Jahren diesen furchtbaren Unfall hatten, waren sie rund um die Uhr für mich da. Sie haben mich aufgezogen, für mich gesorgt und mich beschützt. Nur jetzt, wo ich erwachsen bin, und die Wahrheit über meine Abstammung kenne, können sie mich nicht länger schützen.

»Wir hätten sie besser vorbereiten müssen«, höre ich meine Tante noch sagen, bevor die Autotür zufällt. »Ihre Eltern hätten es besser gewusst.« Onkel Preston zuckt hilflos die Schultern. Ich weiß, dass die beiden getan haben, was sie konnten. Aber als Außenstehende sind ihre Möglichkeiten nun einmal beschränkt.

Als ich das Auto wegfahren sehe und alleine am Waldrand zurückbleibe, wird mir mit einem Mal eiskalt. Wie eine Handvoll winziger Spinnen kriecht die Angst über mein Rückgrat hinunter und sorgt dafür, dass sich die kleinen Härchen in meinem Nacken aufstellen. Und mit jedem Schritt, den ich weiter in den verfluchten Wald hinein gehe, kommen noch ein paar Spinnen dazu. Ich höre Blätter rascheln und kleine Äste unter meinen Schuhsohlen knacken. Der Wind weht mir durch das lange weißblonde Haar, in das mir Tante Rita zur Feier des Tages ein Dutzend Pfingstrosen geflochten hat. Es ist warm heute Nacht, selbst in dem dünnen Kleid, das ich trage. Zarte Spitze in Weiß, die im krassen Gegensatz zu den derben Boots an meinen Füßen steht. Die konnte mir Tante Rita nicht ausreden, schließlich war über die Schuhbekleidung kein Wort in den Regeln zu finden. Seufzend kämpfe ich mich weiter voran. Der Weg bis zum Treffpunkt erscheint mir unendlich weit und trotzdem bin ich viel zu schnell da. Mein Herz klopft wie wild, als ich den markanten zweistämmigen Baum sehe, der vor vielen Jahren bei einem Blitzeinschlag gespalten wurde. Wenige Meter daneben erblicke ich auch schon die hohen Mauern, hinter denen sich die Clanführer im Laufe des Mondkreises treffen. Ich kenne den Ort, ich bin nicht zum ersten Mal hier. Schon letztes Jahr durfte ich dem Mondfest als Zuseherin beiwohnen, da hatte ich gerade erst von meinem Schicksal erfahren.

»Du bis eine Gestaltenwandlerin, eine von uns«, hatte mir damals Kiomi, die Anführerin der Rotfüchse erklärt. »Wenn zwölf Monde um sind, wirst du deine Einführung feiern und deine Bestimmung finden. Dann wird sich zeigen, welchem der fünf Clans du angehörst.«

Wie genau so eine Einführung abläuft, ist mir noch allzu gut in Erinnerung. Damals war es Layla, ein blasses, dunkelhaariges Mädchen aus der Nachbarstadt, die eingeweiht werden sollte. Eine Art Bühne war aufgebaut worden, die Mitglieder der vier Clans standen in einem Kreis drum herum. Füchse, Wölfe, Stiere und Greife. Layla trug ein schneeweißes Kleid, wie zu ihrer Vermählung. Wunderschön sah sie aus, ein bisschen wie Schneewittchen, ging es mir damals durch den Kopf. Und Kiomi, die mir die Sitten und Gebräuche wie nebenbei erklärte, versicherte mir, dass die Ketten und Seile um Laylas Handgelenke aus Sicherheitsgründen unbedingt notwendig waren. Schließlich konnte ja niemand so genau wissen, was nach Laylas Wandlung passieren würde …

»Sie tun ihr nicht weh oder?«, fragte ich, in meiner naiven kindlichen Art.

»Keine Sorge«, entgegnete Kiomi, »Laylas Körper wird jeden abstoßen, der nicht für sie bestimmt ist. Sie kann sich nur für ihren eigenen Clan öffnen und ihm Nachwuchs schenken.«

Die Antwort genügte mir und ich drückte dem Mädchen die Daumen, dass es sanfte Clanmitglieder sein würden, die sie erobern sollten. Das Mädchen, aber auch Kiomi und ich selbst waren unglaublich erleichtert, als der Stier es nicht schaffte, die letzte Grenze bis zum Podest zu durchschreiten. Ich drückte die Daumen für die Rotfüchse, denen Kiomi selbst angehörte, schließlich erschienen mir die Mitglieder der Fuchsfamilie nicht nur schlau und attraktiv, sondern auch liebevoll und zärtlich im Vergleich zu manch anderem brachialem Pack. Doch so viel Glück war Layla nicht vergönnt.

Als der Anführer der Wölfe, Aaron, mit einem Satz auf sie zukam, hielt ihn Laylas körpereigener Schutzkreis nicht zurück, sondern beugte sich ihm. Ein Raunen ging durch die Menge, jeder wusste, was das bedeutete. Der Greif zischte verärgert, damit aus dem Rennen zu sein, auch die Füchse neigten den Blick. Erst vermutete ich ebenfalls Bedauern darin, doch bei Kiomi konnte ich rasch Mitleid erkennen. Denn die Wölfe, so wurde mir bald schon bewusst, waren nicht nur Rudeltiere, sie waren auch wild und brutal. Aaron zog Laylas Fesseln fest und verbiss sich in ihrem Hals, als er über sie herfiel. Als Alpha stand es ihm zu, ihr Allererster zu sein. Danach allerdings kamen auch noch die rangniederen Wölfe dazu. Einer nach dem anderen durfte das neue Mädchen besteigen. Ihr Heulen mischte sich mit Keuchen, Stöhnen und Schreien. Das Ritual dauerte stundenlang, zumindest kam es mir damals so vor. Und als Layla endlich aus ihrer misslichen Lage befreit wurde, sackte das Mädchen kraftlos zusammen und war noch viel blasser als zuvor.

Als plötzlich das Horn erklingt, und das steinerne Tor wie von Zauberhand aufschwingt, fahre ich vor Schreck herum.»Sie ist da«, erklingt die Stimme Aarons aus weiter Ferne, »das Ritual kann beginnen.«

Das Blut schießt durch meine Adern und ich bekomme vor Aufregung und Furcht kaum noch Luft, als ich den Menschenkreis erblicke, der sich innerhalb der Mauer versammelt hat. Ein paar halten Fackeln in den Händen, andere tragen Laternen. Täusche ich mich, oder sind heute Nacht noch viel mehr Clanmitglieder gekommen, als im letzten Jahr? Doch nicht etwa meinetwegen?! Auf der Suche nach einem vertrauten Gesicht sehe ich mich um, doch die meisten hier kenne ich nicht. Keiner von ihnen hat sich bisher gewandelt und ihrer menschlichen Form nach, kann ich nicht einmal mit Sicherheit sagen, welchem Pack sie überhaupt angehören. Nur Kiomi und die drei Fuchsmädchen an ihrer Seite erkenne ich sofort wieder. Selbst in ihrer menschlichen Gestalt sind sie atemberaubend schön. Sanfte, zierliche Wesen mit großen dunklen Augen und leuchtenden rotbraunen Haaren. Kiomi selbst fällt die Mähne bis über die Hüften. Obwohl sie angeblich schon Mitte der 1980er Jahre zum Rotfuchs wurde, wirkt sie keinen Tag älter als fünfundzwanzig. Ich winke zurück und will zu ihr eilen, da fällt mein Blick auf ein anderes, nicht minder vertrautes Gesicht: Layla. Ihr langes Haar trägt sie jetzt wellig, der einst so schmächtige Körper wirkt muskulös und ihre blasse Haut schimmert bronzefarben im Nachtlicht des Mondes. Trotzdem erkenne ich sie sofort. Und mir springt auch das Bündel ins Gesicht, das sie schützend umschlingt: ein Baby. Ein Baby, gezeugt vom Wolfspack in jener verheißungsvollen Nacht letzten Jahres. Aaron selbst hat den Arm um Layla und den Winzling gelegt, als wolle er seine junge Familie schützen. Ob er tatsächlich der Vater ist, kann wohl niemand mit Sicherheit sagen.

Das Horn erklingt wieder. Aaron haucht Layla einen kleinen Kuss auf die Stirn, dann tritt er nach vorne auf die improvisierte Bühne. »Freunde und Kollegen, Mitstreiter und Kämpfer, es ist so weit. Der Mond steht am Himmel und diese Mondnacht ist eine ganz besondere. Nicht nur, weil es der erste Mond ist, seit unsere Brin achtzehn Jahre alt wurde, und damit reif für das Paarungsritual ist, sondern auch, weil wir heute Nacht eine Kernschattenfinsternis erleben werden. Einen Blutmond, der so intensiv zu sehen sein wird, wie seit 124 Jahren nicht mehr.«

Ein Raunen geht durch die Menge, vereinzelt ist begeistertes Klatschen zu hören. Lässig lehnt Aaron an einer der beiden Säulen, die links und rechts auf der Bühne angebracht sind. Säulen, an denen ich später festgebunden sein werde.

»Liebe Mitstreiter, lasst uns diesen Blutmond ehren«, fährt Aaron fort, »genau wie die Jungfrau, die er zu uns geführt hat. Lasst uns ihr helfen, ihr Schicksal zu erfüllen, ihrem Clan in neun Monaten Nachwuchs zu gebären.«

Obwohl Aaron noch immer seine menschliche Form behält, groß, stark, muskulös und mit dichtem, zotteligen, dunklen Haar, legt er den Kopf in den Nacken und heult den Mond an. Sein Rudel tut es ihm gleich. Ich drehe mich rasch, um alle Wölfe identifizieren zu können, doch es dauert nicht lange, bis auch die anderen Wesen mit einstimmen. Die Laute vermischen sich, ein paar Besucher sind mittlerweile doch dabei, sich zu verwandeln. Kaum, dass ich die ersten Klauen, Tatzen und Federn erblicke, wird mir erst recht angst und bange.

»Komm mit«, höre ich eine vertraute Stimme an meiner Seite. Kiomi ist gekommen und reicht mir die Hand. Sofort beginnt mein Herz schneller und lauter zu klopfen. Dutzende Blicke sind auf mich gerichtet, als mich die Rotfuchs-Fürstin auf die improvisierte Bühne führt, wo Aaron nach wie vor wartet.

Sie nimmt meine Hand, überreicht sie dem Wolfsfürsten, der mich um einen ganzen Kopf überragt. Dann tritt sie wieder zurück und überlässt ihm die Show. Aaron weiß, wie er Stimmung schürt und dem Publikum einheizen kann. Er nimmt meine Hand, dreht mich einmal um meine eigene Achse.

»Schaut sie euch an. Ist sie nicht ein Prachtstück? Ich wette, jeder Clan hätte sie gerne. Aber wie ihr wisst, entscheidet nur sie selbst, wer sie heute Nacht beglücken wird. Oder besser gesagt, ihr Körper. Die Natur ihres Wesens gibt ihr vor, für wen sie die Beine zu spreizen hat.«

Ich schlucke. »Bitte entscheide dich richtig!«, befehle ich meinem eigenen Körper. »Lass keinen dieser Berserker ran, das würde ich nicht überleben!«

Aaron dreht mich nochmals, dann bleibt er hinter mir stehen. Mit einer schnellen Bewegung dreht er meine rechte Hand nach oben und fixiert sie an einer der Ketten, die von den beiden Säulen herunterbaumeln. Die linke folgt kurz darauf. Meine Fußgelenke legt er ebenfalls in Ketten. Als ich vollständig gefesselt bin, kommt er wieder hinter mich. Mit seinen großen Händen, an denen ich jetzt eindeutig Wolfskrallen ausmachen kann, streicht er über meine Wange, und weiter über mein Dekolleté. Einen Moment lang hält er sich am Spitzenrand meines weißen Kleides auf, spielt mit den Fingern daran. Dann greift er mit beiden Händen nach dem Stoff und reißt ihn entzwei. Ich kreische auf, als das kaputte Kleid langsam an meinem Körper nach unten rutscht, und schnappe empört nach Luft. Die Zuseher lachen.

»Nicht so schüchtern, Kleines«, höre ich jemanden rufen. »Zeig uns, was du zu bieten hast!«

Verzweifelt winde ich mich in den Ketten, versuche eine Position zu finden, die mich vor den Blicken der Meute schützt. Aber das ist unmöglich. Splitternackt stehe ich jetzt auf der Bühne. Die Hände und Füße zu einem X gespreizt und gefesselt. Die nackten Brüste schaukeln angesichts meiner Erregung, das Gesicht glüht, genau wie meine Pussy. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, taucht Aarons Fuß zwischen meinen Beinen auf, um die Überreste meines Kleides wegzuschieben, während mir seine groben Hände das lange Haar über die Schultern nach hinten streichen, damit es bloß nicht die Sicht auf meine Nippel behindert.

»Freunde, ich sage euch, bei diesem Weib würde ich gerne den ersten Versuch machen. Aber heute Nacht steht mir das leider nicht zu. In der Tradition unseres heiligen Rituals haben heute die Rotfüchse den Vortritt. Deshalb übergebe ich jetzt schweren Herzens an Kiomi und ihren Clan.«

Er lässt mich so plötzlich aus, dass ich zurück stolpere und bloß von den Ketten aufgefangen werde. Wenigstens dazu sind sie gut. Ich richte mich wieder auf, bemüht, Balance zu finden. Die eisernen Manschetten schneiden mir in die Haut. Lieber Himmel, sie haben mich wirklich gefesselt! Ich komme nicht vor und nicht zurück. Ich bin angebunden wie ein Tier!

Die Meute betrachtet mich amüsiert, ein paar haben die Köpfe zusammengesteckt und tuscheln. Zwei Kerle, die eindeutig der Gattung der Wölfe angehören, lecken sich über die Lippen. Weiter hinten pfeift jemand durch die Zähne. Sie können es kaum erwarten, dass das barbarische Ritual beginnt. »Das wird die Nacht deines Lebens!« So hatte man mir die Sache anfangs verkauft. Aber hier zu stehen, gefesselt und ausgeliefert, und darauf warten, von irgendeinem Tier besprungen zu werden, fühlt sich so grausam an, das man es ohnehin kaum in Worte fassen könnte.

Noch passiert nichts, noch hat sich der Mond nicht in den Kernschatten der Erde gewagt. Aber wie ein kurzer Blick in den Himmel bestätigt, ist das bloß noch eine Frage von Minuten. Die Finsternis streckt bereits ihre Klauen nach der leuchtenden Kugel am Himmelszelt aus, umschlingt sie weiter und weiter, um sie irgendwann vollständig zu bedecken … und um damit mein Schicksal zu besiegeln.

Mir wird schwindelig, während ich dem Spektakel beiwohne, Panik und Furcht halten mich fest. Mit jedem Stückchen Licht, das vom Himmel verschwindet, verschwindet auch ein bisschen Hoffnung in mir. Aber gleichzeitig kann ich spüren, dass die Angst nicht das einzige ist, was in mir wächst. Da ist noch ein Gefühl, das ich gar nicht recht zuordnen kann. Es kribbelt in meinen Fingerspitzen, schlängelt sich kitzelnd meine Beine nach oben. Und sammelt sich in meiner Mitte zu einem magischen Ball reinster Kraft. Von Sekunde zu Sekunde fühle ich mich ein klein wenig stärker. Leuchtender. Begehrenswerter. Macht das der Mond? Es fühlt sich fast so an, als ob all die Helligkeit, die vom Himmel verschwindet, hier auf der Erde wieder zusammenkommen würde … in meinem Körper.

Ich schnappe nach Luft. Atme die Energie ein, die durch die Atmosphäre zu schweben scheint, und lasse dabei den Mond nicht aus den Augen, mit dem ich mich immer stärker verbunden fühle. Er ist so voll, so leuchtend rot und so … wunderschön!

Ein Raunen geht durch die Menge, als das rote Licht den Kreis am Himmel erfüllt. Die Wölfe heulen wieder, die anderen Wandler stimmen mit ein.

»Es ist soweit«, höre ich jemanden sagen. Dann erklingt auch schon das Horn. Einmal. Zweimal …

Beim dritten Mal treten die Fuchs-Mädchen vor. Es ist noch immer kein Rüde dabei, wahrscheinlich ist der erste Schritt Sache der Fähe. Kiomi steht ganz vorne, die anderen folgen etwas versetzt. Vor dem Podest bleiben sie stehen, reichen sich die Hände und atmen gemeinsam aus und ein. So, als müssten sie sich auf irgendetwas vorbereiten. Mit weit aufgerissenen Augen sehe ich zu, wie sie sich langsam verwandeln. Wie ihre Gesichtszüge sich verändern, und wie sich unter ihren langen, wallenden Mähnen zwei Fuchsohren abzeichnen. Die zarten Körper der Mädchen bleiben menschlich, dafür sind ihre prächtigen Fuchsschwänze jetzt deutlich zu sehen.

»Die Rotfüchse starten den ersten Versuch«, erklingt Aarons Stimme aus dem nichts und erinnert an die eines Sportmoderators. Bloß, dass es hier nicht um Fußball geht … sondern um mich. Ich spüre jetzt die Energie des Mondes in voller Intensität. Sie umgibt mich wie ein magisches Kraftfeld. Ein Kraftfeld, das nur der Clan durchschreiten kann, mit dem mich das Schicksal verbindet.

Die Fuchsmädchen setzen sich in Bewegung und ich erstarre. Dabei will ich, dass sie durchkommen. Mit den Rotfüchsen zu sein, erscheint mir die sanftere, wünschenswertere Alternative, als mich einem Wolf, Greif oder – Gott bewahre – dem Stier hinzugeben.

Die Mädchen kommen näher. Kiomi wagt als Erste den Schritt auf das Plateau. Und … überschreitet die magische Grenze. Mein Herz macht einen Sprung. Sie sind es. Die Füchse sind tatsächlich mein Schicksal!

Ein erstauntes Raunen geht durch die Runde, daneben sind einzelne Laute des Bedauerns zu hören. Aaron fasst sich als Erster und klatscht in die Hände. Nach und nach machen die anderen mit. Als alle vier Fuchsmädchen bei mir sind, begleitet sie tosender Applaus.

»Was macht ihr? Was geschieht jetzt mit mir?«, frage ich unsicher.

»Shh«, macht Kiomi. »Entspann dich, Kleines. Und genieße es einfach!«

Die Mädchen tanzen um mich herum, umgarnen mich, berühren mich sanft. Zwei halten lange Federn in ihren Händen, mit denen sie mich necken und kitzeln, die dritte schwingt ein schwarzes, seidenes Tuch. Sie schmiegt sich an mich, streichelt mich mit dem Tuch und zieht es dann ganz langsam durch meine Spalte. Eine Sekunde später spüre ich es auf den Brüsten, dann im Gesicht. Ich stöhne auf, überrumpelt von den vielen Eindrücken. Dass sich das schwarze Tuch inzwischen auf meine Augen gelegt hat, bemerke ich viel zu spät.

»Nein, nicht«, flüstere ich noch, aber da zieht das Mädchen das Tuch bereits fest und nimmt mir die Sicht. »Oh nein!«

Nicht sehen zu können, was um mich herum geschieht, macht das Erlebnis noch intensiver. Die zarten Hände der Mädchen, kleine Küsse auf meiner erhitzten Haut … alles fühlt sich so heftig an, dass ich ausbrechen oder laut losschreien möchte. Ich fühle etwas Weiches, das mich unterhalb der Pobacken kitzelt. Ist das wieder die Feder? Oder etwa ein … Fuchsschwanz? Mein Po bleibt nicht lange die einzige Stelle, die kitzelt. Auch an der Innenseite meiner Schenkel, an meinen Armen und im Nacken kann ich es fühlen. Weiche, flauschige Berührungen erreichen jede Stelle meines Körpers. Dazu heiße Küsse und flinke Zungen, die an mir lecken.

Mein Kopf fällt wie von selbst in den Nacken, während ich schneller zu atmen beginne. Verdammt, es fühlt sich so unheimlich gut an, was die Rotfüchse anstellen! Dabei werden die Übergriffe mit jedem Mal gewagter, die Berührungen wilder. Als ich die erste raue Zunge an meiner Klitoris spüre, schnappe ich begeistert nach Luft. Jemand knabbert an meinen Nippeln, leckt meine Schenkel nach oben. Sanfte Zungenschläge bringen meine Perle zum Zittern. Reflexartig öffne ich meine Lippen, um meine Erregung raus zu lassen. Ich stöhne und keuche, während ich die Energie in meiner Mitte immer deutlicher spüre. Und als dann ohne Vorwarnung eine Zunge direkt in meine Muschi stößt, ist es endgültig um mich geschehen. Mein ganzer Körper zittert, während ich hilflos meine Erregung in den Nachthimmel stöhne. Ja ich will es, ich bin bereit, es endlich zu spüren!

Begleitet vom Jubel der Menge, tritt der Fuchsrüde vor. Vielleicht hat er noch immer seine Menschengestalt, aber sicher wissen kann ich es nicht. Wieder verfluche ich das schwarze Tuch auf den Augen. Die Mädchen küssen und streicheln mich weiter, während sich der Mann direkt vor mich stellt, und seine Hände nach mir ausstreckt. Ich spüre eine feuchte, kühle Nase in meinem Gesicht, so als würde er mich beschnuppern. Lieber Himmel, was macht er da nur? Die kalte Nase stupst mich an, zeitgleich packt er mich an den Hüften und hält mich fest. »Es ist soweit«, geht es mir durch den Kopf. Gleich werde ich eingeweiht … und zu einer Füchsin gemacht!

»Entspann dich«, höre ich Kiomis vertraute Stimme. Die sanften Berührungen der Fuchsmädchen beruhigen mich, als sich der harte Schwanz in Position bringt. Trotzdem beiße ich die Zähne zusammen und schnappe panisch nach Luft, als ich ihn an meiner Pussy spüre. Langsam aber mit unnachgiebigem Druck, dringt er in mich ein. Immer weiter, immer tiefer, bis der süße Schmerz mich laut aufschreien lässt.

Wieder geht ein Raunen durch die Menge. Zurufe, tierische Laute, ein Heulen und Klatschen. Niemals hätte ich gedacht, dass mein erstes Mal ein solches Spektakel sein würde. Geschweige denn, dass sich so eine Menge an Zuschauern daran ergötzen könnte!

Ich versuche, die Geräusche auszublenden und mich wieder auf den magischen Akt zu konzentrieren. Auf den harten Schwanz, der sich jetzt in immer schnelleren Rhythmus in mir bewegt. Dazu Küsse, heiße Zungen und Berührungen an allen Stellen meines Körpers. Kiomi, der Rüde und die anderen Mitglieder des Fuchsclans sorgen dafür, dass die Hitze in meiner Mitte unerträglich wird. Dass ich mich zwischen den Ketten verrenke, immer lauter keuche und schließlich meinen Orgasmus laut kreischend mit der Menge teile. Und dann spüre ich sie plötzlich, diese unglaubliche Magie, die mit dem Höhepunkt freigesetzt wird. Ich spüre, wie mich die Energie verändert, wie sich mein Körper zwischen den Ketten verändert, verformt … und wie ich für einen kurzen Moment selbst zu einem Fuchsmädchen werde. Mit spitzen, flauschigen Ohren, einem feuchten Näschen und einem buschigen Schwanz. Das reißt auch meinen fremden Liebhaber mit, der schnaubend und keuchend tief in mir kommt. So verharren wir eine ganze Weile, bis sich unsere Glieder wieder entspannen und er sich zurückziehen kann. Sofort sind wieder die Fuchsmädchen zur Stelle, um mich erneut zu streicheln, zu liebkosen und sauber zu lecken. Ich bin jetzt eine von ihnen. Sie erkennen mich an!

»Es ist getan«, verkündet Kiomi und befreit mich vom Tuch. »Brin wird mit den Rotfüchsen leben und uns Nachkommen schenken.« Sie streckt sich, springt schließlich auf eine der Säulen, um mich von meinen Fesseln zu befreien. Doch Aarons schneidende Stimme hindert sie daran.

»Nicht so voreilig, Kiomi«, tadelt er sie. »Was, wenn unsere hübsche kleine Brin gar kein Fuchsmädchen ist?«

Irritiert starre ich ihn an, als er in langsamen Schritten auf uns zukommt. Ich habe die Prüfung bestanden. Er hat doch meine Verwandlung mit eigenen Augen gesehen!

»Was, wenn sie eine Hüllenläuferin ist? Wenn sie vermag, sich mit jedem, der magischen Wesen zu paaren?«

»Unsinn«, widerspricht Kiomi. »So einen Fall hatten wir seit über hundert Jahren nicht mehr. Sie ist ein Fuchsmädchen, ganz klar!«

»Und wenn doch?«

In der Zuschauermenge wird es schlagartig still. Alle starren mich an.

»Wir müssen es ausprobieren«, fordert Aaron. »Das ist unser Recht. Anführer aller Clans, tretet vor und stellt euch der Probe!«

»Nein! Macht mich los! Lasst mich jetzt gehen!«

In Kiomis Blick spiegelt sich die Angst, die mich plötzlich wie eine schwarze Klaue umfasst. Ihre schlauen dunklen Augen springen zwischen mir und Aaron hin und her. Die Zuschauer haben unterdessen einen Sprechgesang angestimmt. »Testen wir die Hüllenläuferin«, fordern sie synchron, »So will es das Recht!«

»Nein! Kiomi, bitte«, flehe ich die hübsche Füchsin an, aber sie kann meinen Blick nicht mehr halten.

»Tut mir leid«, flüstert sie und springt von der Säule. »Aber sie werden schon sehen, dass sie falsch liegen. Dein Schutzschild wird ihnen den Zugang verwehren!«

»Und wenn nicht?«

Kiomi weicht meiner Frage aus und verschwindet in der Menge. Bitte, bitte mach, dass sie Recht hat! Ich zittere am ganzen Laib, als Aaron näher kommt. Bloß drei Schritte trennen ihn noch vom Podest. Hilfesuchend richte ich meinen Blick in den Himmel. Starre den Blutmond an und konzentriere mich ganz auf dessen Kraft, die mich durchströmt. Kraft, die mich hoffentlich nach wie vor umgibt und verhindert, dass sich irgendjemand Unberechtigter nähert.

Aarons dunkle Augen fixieren mich, mit seiner Hand streicht er sich eine dicke, dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht. Rings um ihn herum flackern die Fackeln auf, während sich sein Körper allmählich wandelt. Sein Rücken biegt sich, die Schnauze wird größer und die Fangzähne wachsen. Sein ohnehin schon dichtes Haar sprießt unkontrolliert an allen Stellen des Körpers und seine Klauen werden immer schärfer und länger. Er heult auf, huldigt dem Mond und seine Clan-Mitglieder stimmen mit ein. Dann wird es plötzlich ruhig und er dreht seinen Kopf. Sieht mir ganz fest in die Augen.

Lieber Himmel, bitte lass das hier gut ausgehen!

Aaron macht einen kräftigen Satz und springt aufs Podest. Ich erwarte eine Schranke. Eine Barriere, so wie unsichtbares Glas, an der er abprallt und scheitert. Aber da ist nichts. Er kommt auf seinen vier Pfoten auf und ist so plötzlich bei mir, dass ich aufschreie.

Noch immer Tier, sieht er mich an, stößt ein warnendes Knurren aus, bevor er um mich herumgeht und schnüffelt. Ungläubige Laute dringen vom Publikum zu uns herüber, ein paar haben sich die Hände vors Gesicht geschlagen oder reiben sich die Augen, als könnten sie gar nicht glauben, was sie sehen.

»Sie muss knien«, fordert ein anderer Wolf und Aaron fährt zu ihm herum. Erst denke ich, er würde den Rangniederen schelten, aber er scheint mit dem Mann einer Meinung zu sein. Mit einem Satz springt er hoch und zieht meine Ketten nach unten, so ruckartig, dass ich auf allen vieren lande.

»Knie nieder und spreiz die Beine«, kommt die Anweisung prompt. Aaron umkreist mich, das Licht flackert wieder. Einen Moment lang sehe ich seine menschliche Gestalt aufleuchten, dann wieder den Wolf. Mein Körper scheint auf beides gleichermaßen zu reagieren. Ich spüre wieder die Hitze, genau wie vorhin. Spüre, wie meine Möse zuckt und wie sie zu tropfen beginnt.

»Das hier ist nicht richtig, das ist widernatürlich. Es darf nicht passieren!«, widerspricht mir mein Kopf. Doch mein Körper scheint das anders zu sehen. Wie von selbst beuge ich mich durch, gehe ins Hohlkreuz und strecke Aaron meinen nackten Hintern entgegen. Mit weit gespreizten Schenkeln, überaus bereit und willig, ihn ebenfalls in mir zu spüren. Und Aaron nimmt die Einladung an.

Mit einem Satz ist er hinter mir, beugt sich über mich drüber. Er fletscht die Zähne und packt mich im Nacken. Wild, rau und brutal. Doch so sehr sich die Vernunft in mir gegen ihn sträubt, so sehr erregt mich diese Rohheit. Als er seinen mächtigen Prügel mit einem einzigen harten Stoß tief in mich rammt, schreie ich nicht nur vor Schmerz, sondern auch vor Lust. Er nimmt mich wild ran, reitet mich zu, als wäre ich nur dazu geboren, ihm zu dienen. Und vielleicht bin ich das sogar. Ich starre zum Himmel, sehe den roten Mond an und spüre die Energie, die jetzt den Wolf in mir wach ruft. Ich werde eins mit Aaron, eins mit den Wölfen und ich gebe mich mit Haut und Haar ihrem Anführer hin. Lasse mich von ihm führen, nehmen und schließlich besamen, als wir beide laut knurrend und heulend zum Höhepunkt kommen. Als er sich von mir losreißt weiß ich bereits, dass das hier nicht das Ende des Rituals ist.

Jetzt tritt der Stier nach vorne, groß, stark und mächtig. Sein dicker Nacken ist haarig, der Schädel mit Hörnern besetzt. Nur die breiten Schultern und die kräftige Brust erinnern noch an die eines Mannes. Seine Schritte klappern über den Boden, als er auch noch schnaubt, bekomme ich es so richtig mit der Angst zu tun. Himmel, der Kerl überragt mich um zwei Köpfe und der dicke Prügel, den ich zwischen seinen Schenkeln ausmachen kann, lässt vermutlich selbst andere Bullen vor Neid erblassen. Wie um alles in der Welt soll mein zierlicher Körper das aushalten?

Wie ich schon ahne, ist es auch für ihn ein Leichtes, den Schutzkreis zu durchschreiten. Doch entgegen meiner schlimmsten Befürchtung springt er nicht auf mich drauf und zerquetscht mich, sondern er schlägt mit seinen Klauen die Ketten entzwei. Dann lässt er sich neben mir auf sein Hinterteil plumpsen und macht es sich mit breit ausgestreckten Beinen bequem. Er schnaubt mich auffordernd an, und das Licht flackert wieder. Dabei zeigt er mir kurz seine menschliche Gestalt. Ein kräftiger Körper mit breiten Schultern, stämmigem Nacken und vollem Bart. Ich kann ihn mir gut mit einer Lederjacke auf einer Harley Davidson vorstellen. Er fordert mich auf, näher zu kommen, zieht mich auf seinen Schoß.

»Hab keine Angst, Kleines«, sagt er, »Ich kann den Stier im Zaum halten, wenn es zu viel für dich wird.«

Ich hoffe, er hat recht!

Der Stiermann streichelt mich und küsst meinen Nacken. Er spielt an meinen Brüsten und saugt an den Nippeln. »Wie süße Milch«, kommentiert er und zieht meine Brüste erneut in den Mund. Das Spiel gefällt mir. Es erregt mich sogar so sehr, dass es mir überhaupt nichts ausmacht, auf dem Fremden sitzen zu bleiben. Selbst als ich spüre, wie sein ohnehin schon großer Prügel unter mir noch weiter wächst.