Rebecca: benutzt von zwei Brüdern




Rebecca
benutzt von zwei Brüdern

»Du verdammtes Arschloch!«, poltere ich los, noch ehe die Tür ganz offen ist, »du hast mich benutzt und betrogen! Du bist ein Lügner, ein Dieb und der mieseste Bewährungshelfer den man sich vorstellen kann!«

Ich schubse den verdutzten Rick zur Seite und stürze an ihm vorbei in sein Haus. Wütend sehe ich mich um. »Wo zum Teufel hast du die Unterlagen?«

»Beruhig dich erstmal«, sagt Rick, der hinter mir in die Wohnküche gekommen ist, »und erklär mir, wovon du sprichst!«

»Beruhigen? Ich will mich nicht beruhigen! Du bist ein verdammter Industriespion!«

Ohne lange zu überlegen, stürze ich mich auf ihn und schubse ihn so kräftig zurück, dass er gegen den Kühlschrank taumelt. Der Überraschungseffekt ist auf meiner Seite. Doch als ich nochmals die Fäuste hebe, ist er schneller und hält mich an den Handgelenken fest.

»Hör mir zu«, verlangt er, »ich kann dir alles erklären!«

»Gar nichts kannst du! Du hast mich benutzt und belogen, um meinen Vater zu bestehlen!«

»Das ist nicht wahr!«

»Ach nein?«

»Nein!«

Ricks Handgriff wird lockerer. »Gib mir eine Minute, Rebecca«, bittet er, »wenn du mir dann nicht glaubst, darfst du auf mich einschlagen, so lange du willst.«
Ich atme tief durch, als er mich los lässt. Mit verschränkten Armen starre ich ihn an, gespannt auf seine Erklärung.

»Ich bin kein Industriespion. Alles was ich wollte, ist Gewissheit. Deshalb habe ich meinen Bruder in euer Haus gelassen.«

Fragend hebe ich die Augenbrauen.

»Es geht um meinen Vater«, sagt er und seine Stimme wird traurig. »Er hätte nicht sterben müssen. Er war auf dem Weg der Besserung, als er an dieser Testreihe teilnahm und dieses neue Medikament bekam, Melanphorolan«

»Ein Medikament von Lizzotec? Daddy’s Konzern?«

Rick nickt. »Bloß, damals war es das noch nicht! Lizzotec hat das Labor aufgekauft, das es entwickelt hat! Und dann wurde die Testreihe eingestellt, einfach so! Obwohl das Mittel gewirkt hat!«
»Aber… das hatte sicher einen Grund!«

Rick lächelt verbittert. »Ja, allerdings. Die Firma deines Vaters stellt auch Zytostatika her, das Zeug, das für Chemotherapie verwendet wird.«

»Ja und?«

»Und damit lässt sich wesentlich mehr Geld verdienen!«

»Deshalb hast du dich auf mich eingelassen? Um dich an meinem Vater zu rächen?« Meine Stimme zittert noch immer vor Wut.

»Nein. Das war doch nicht geplant! Aber als ich bei dir war und die Unterlagen sah… ich musste es endlich wissen!« Er sieht mich an, greift nach meiner Hand. »Das zwischen uns ist echt Rebecca. Das musst du mir glauben!«

 

Rick redet weiter, erzählt mir die ganze Leidensgeschichte seiner Familie und alles, was er bis jetzt herausgefunden hat. Er spricht so lange, bis sich alles um mich dreht, und ich erschöpft in einen Stuhl sinke.

»Und?«, frage ich nach einer Weile, »habt ihr in den Unterlagen Gewissheit gefunden?«

Rick schüttelt den Kopf. »Leider nicht. In der Akte sind nur Aufzeichnungen über die Entwicklung, aber keine Testergebnisse. Ich fürchte, die sind wo anders.«

Er steht auf, geht unruhig im Kreis. »Es tut mir wahnsinnig leid, Rebecca. Alles!«

Er bleibt vor mir stehen und zieht mich hoch. »Ich muss jetzt zu meiner Mutter fahren, ich hätte schon vor einer Stunde dort sein sollen. Warte hier, wenn du möchtest, oder sonst ruf ich dich später an, okay?«

Ich nicke. Momentan habe ich ohnehin nicht die Kraft aufzustehen.

 

Draußen ist es bereits dunkel, als ich das Auto zurückkommen höre. Ich weiß nicht genau, wie spät es ist, auch nicht, wie viele Stunden ich auf Ricks Sofa gesessen habe. Das Einzige, das ich weiß ist, dass ich mich entschieden habe.

Ich höre die Tür aufgehen, dann Schritte, die zu mir in den Wohnraum führen.

»Rebecca? Bist du noch da?«

Er bleibt im Türrahmen stehen und wirkt fast überrascht, als er sieht, dass ich sein Haus nicht verlassen habe.

»Ich habe nachgedacht«, sage ich, als ich aufstehe und zu ihm rüber gehe. Sein Blick ist erwartungsvoll, die blauen Augen spiegeln Hoffnung wieder. »Ich werde euch nicht verraten«, sage ich, als ich ganz knapp vor ihm stehe.

»Nein?«, er klingt etwas überrascht.

»Nein«, sage ich mit entschlossener Stimme.

Dann zieht er mich in seine Arme und presst mich ganz fest an sich. Es fühlt sich gut an, von ihm gehalten zu werden. Es fühlt sich richtig an. Ehrlich. Etwas, das ich fast nicht mehr für möglich gehalten hätte. Ricks Finger streichen über meinen Kopf, graben sich in mein langes, volles Haar. Die andere Hand schiebt sich langsam meinen Rücken hinunter. Ich genieße seine Berührung, atme die betörende Verbindung ein, die das Parfum mit seinem eigenen, männlichen Duft eingegangen ist.

»Danke«, flüstert er und ich schmiege mich an seine Brust. Hauche ihm einen Kuss aufs Schlüsselbein. Er lächelt, das macht mich mutiger. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen, um seine Lippen zu erreichen, presse meinen Mund erst sanft, dann etwas stürmischer auf seinen und erobere ihn mit meiner Zunge. Er lässt es sich gefallen, mehr noch, er genießt meinen stürmischen Überfall. Seine Hände legen sich auf meine Hüften, seine Lippen erwidern meinen Kuss. Ich genieße seine Zärtlichkeit, seine Zuneigung. Aber ich will mehr, viel mehr. Meine Finger beginnen das Hemd aufzuknöpfen, das ich mir nachmittags aus seinem Schrank geklaut habe, mit einer schnellen Bewegung streife ich es mir über die Schultern, bis ich splitternackt vor ihm stehe.

»Aber mein…«

»Shh«, sage ich und verschließe seinen Mund erneut mit meinen Lippen. Ich drücke mich gegen ihn, lasse ihn meine harten Nippel an seinen Muskeln fühlen und dränge meine Mitte so fest gegen seinen Schoß, bis ich die Ausbuchtung in seiner Hose spüre. Er kann jetzt nicht mehr anders, als mitzumachen. Seine Hände wandern tiefer, legen sich auf meinen Po und kneten mein erhitztes Fleisch. Meine Finger drängen sich zwischen uns, machen sich an seinem Hemd und seiner Hose zu schaffen.

»Warte, wir sind nicht…«, widerspricht er erneut, aber ich lasse ihn nicht zu Wort kommen. Ich will ihn ganz tief in mir drinnen spüren und von seinem großen Schwanz gedehnt werden. Am besten jetzt sofort!

Meine Hand tastet sich in seinen Schritt vor, befreit seine harte Männlichkeit. Er seufzt, als ich mich an ihn drücke und meine vollen Brüste auf seine nackte Haut presse. Ich höre ihn schwer atmen, spüre seine Erregung in meinem Schoß. Und dann spüre ich noch etwas anderes. Andere Hände, die sich auf meine Brüste legen. Ein anderer Körper, der sich von hinten gegen mich drückt. Erschrocken fahre ich herum, blicke in ein Gesicht das mir irgendwie vertraut ist und doch fremd.