Das Dienstmädchen: bedingungslos ergeben




Das Dienstmädchen - Teil 3
bedingungslos ergeben

„Darf ich noch irgendetwas bringen?“

Ich deute einen kleinen Knicks an, als ich die Weingläser und das Käsegebäck am Beistelltisch abgeladen habe und sehe Herrn und Frau von Winterstein erwartungsvoll an. Es ist nach einundzwanzig Uhr und mein Tag war lang, also hoffe ich, dass sie mich jetzt in den Feierabend entlassen. Anspruch darauf habe ich natürlich keinen, denn mein Dienst ist 24/7 - jeden Tag, zu jeder Zeit.

„Hast du noch einen Wunsch, Schatz?“, Alexander lächelt seine Frau liebevoll an, während er sie mit einer Weintraube füttert und versetzt mir damit einen kleinen Stich in mein Herz. Die beiden sehen glücklich aus. Verdammt glücklich.

„Ich bin zufrieden“, raunt sie, ohne mich anzusehen, „das Mädchen kann gehen.“

Ich will mich schon umdrehen und aus dem Salon eilen, doch Alexander deutet mir, noch zu warten.

„Was hältst du davon, wenn Julie uns ein Stück auf dem Cello vorträgt?“, fragt er Katharina.

„Ich denke, das würde mir gefallen.“ Lustvoll öffnet sie ihre schönen Lippen für die nächste Traube.

„Julie, sei ein Schatz“, sagt Alexander nun an mich gerichtet. „Hol dein Cello und spiel uns was Schönes!“

Einen Moment lang stehe ich nur da und starre ins Nichts. In den ganzen sechs Wochen, die ich nun hier bin, ist es noch nie vorgekommen, dass die Herrschaften mich spielen hören wollten. Ich weiß überhaupt nicht, was ich ihnen vortragen soll, und wenn ich ehrlich bin, habe ich das Üben in letzter Zeit sträflich vernachlässigt, weil ich niemanden mit meiner Musik stören wollte.
Ich bemerke, das mich beide ansehen, also nicke ich schnell und will aus dem Zimmer eilen.
„Julie“, ruft mich Alexander zurück. „Tu mir einen Gefallen und leg die Uniform ab. Die wirkt so förmlich für einen gemütlichen Musikabend.“

„Ablegen?“, frage ich irritiert und überlege, welche Kleidung die Herrschaften wohl stattdessen für angemessen befinden. So viel Auswahl gibt mein Koffer wirklich nicht her.

„Ja ablegen“, wiederholt Alexander geduldig. „Ich möchte, dass du nackt für uns spielst.“

Nackt? Ich sehe ihn mit großen Augen an, doch er nickt mir freundlich zu. Seine Art mir zu sagen, dass ich jetzt keine weiteren Fragen stellen, sondern ihm einfach gehorchen soll.

Ich stürme so schnell aus dem Salon, dass ich fast Tatjana, die russische Haushälterin niederrenne.

„Pass doch auf!“, schimpft sie, auf dem Weg vom Bad zu ihrem Schlafzimmer.

Sie hat leicht reden, denke ich, sie kann es sich jetzt auch mit einem Buch in ihrem Bett gemütlich machen!

 

Ich bin super nervös, als ich mein Violoncello die Stufen hinunter zum Salon schleppe. Ich habe mich für ein modernes Stück als Auftakt entschieden. Eines, das ich schon oft gespielt habe und das ich hoffentlich auch ohne Übung einigermaßen fehlerfrei meistern kann. Was mich allerdings noch nervöser macht als die Musik, ist die Tatsache, dass ich jetzt nichts weiter trage, als einen dünnen Seidenmantel, den ich in Kürze ebenfalls ablegen werde. Splitternackt ein Konzert zu geben ist definitiv nichts, worin ich Erfahrung hätte. Und eigentlich macht mir der Gedanke eine Heidenangst. Wie soll ich mich auf die Musik konzentrieren, wenn meine Arbeitgeber dabei meinen nackten Körper betrachtet?

„Setz dich dort drüben hin“, weist mich Alexander an, als ich in den Raum komme. Am anderen Ende des Salons warten eine kleine Sitzbank und ein Pult auf mich, das offenbar zur Notenablage gedacht ist.

„Ich kann das Stück auswendig.“, sage ich und schiebe das Pult zur Seite.
Alexander lächelt. „Umso besser!“

Ganz Gentleman steht er auf, um mir behilflich zu sein, als ich mein Instrument gegen die Bank lehne und mir mit zitternden Fingern am Knoten meines dünnen Mantels zu schaffen mache. Ich habe ihm den Rücken zugedreht, doch ich kann seinen begehrlichen Blick in meinem Nacken spüren, seinen heißen Atem auf meiner Haut, als ich den dunklen Seidenstoff langsam öffne und über meine Schultern rutschen lasse. Sofort sind Alexanders Hände zur Stelle und nehmen mir den Mantel ab. Galant hält er ihn hoch, fast so, als wolle er mich vor den Blicken seiner Frau oder anderer, imaginärer Zuseher schützen, während ich Platz nehme und nach dem Cello greife. Dabei sind seine Blicke die einzigen, die sich in meinen Körper brennen, wie glühende Sonnenstrahlen.

Als Alexander den Mantel zur Seite legt, steht mein Instrument genau zwischen meinen Beinen und bedeckt meinen Körper, oder zumindest das Intimste daran. Trotzdem fühle ich mich nackt, als die Augen meiner Zuseher über meine nackten Arme und Schultern wandern und schließlich über meine nackten Schenkel hinunter bis zu den Fesseln, die in zwölf Zentimeter hohen, schwarzen Lackpumps stecken. Das Einzige, das ich heute tragen darf.

Ich stimme die ersten Klänge von Secrets an, einem Lied von One Republic. Zufrieden kuschelt sich Katharina in die Arme ihres Mannes, während ich mich darauf konzentriere, die richtigen Töne zu treffen. Meine Augen bleiben an ihren tiefroten Lippen hängen, die sie sinnlich öffnet, um sich von ihm wieder mit Trauben füttern zu lassen. Sie sieht sinnlich aus. Sexy. Ich bewundere die Schönheit und Eleganz, mit der sie sich bewegt und registriere das sanfte Schnurren, als Alexander seine Finger langsam von ihren Lippen nach unten über ihren Hals wandern lässt. Meine Hand streicht den Bogen im selben Rhythmus über die Saiten, in dem sich seine Hand über ihren Oberkörper bewegt. Katharina schließt die Augen. Gibt sich den wunderschönen Klängen des Streichinstrumentes hin und den starken Händen ihres Mannes. Ich kann ein sanftes Stöhnen hören, als er ihr den Träger ihres Kleides über die Schulter streift, um ihre nackte Haut zu berühren. Um zärtlich über ihr Dekolleté zu streicheln und um ihre vollen Brüste zu massieren. Mein Blick klebt auf seiner Hand und mein Herz beginnt schneller zu klopfen. Fast kommt es mir vor, als könne ich seine Liebkosung auf meinem eigenen Körper fühlen. Als wären es nicht Katharinas Brüste, die er so hingebungsvoll knetet, sondern meine eigenen.

Alexander sieht zu mir hoch, als er beginnt, den Nacken seiner Frau zu küssen. Seine himmelblauen Augen hängen an meinen, als er seine Zunge über ihre Haut tanzen lässt und seine Hände über ihren Oberkörper. Ich kann fühlen, wie mein Herz schneller schlägt und wie ich unruhig werde. Ich muss mich zusammenreißen, den Bogen ruhig zu halten, während ich ihn über die Saiten meines Cellos führe.